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Mukut

    no wind trips

    Pulau Tioman – koffeinfreies Tauchparadies in Malaysia

    Pulau Tioman Malaysia

    22.50 Uhr, 8er Schlafsaal mixed, Stockbett oben, ich. Licht ist an, bleibt auch die Nacht so. Schlaf finde ich (dank Schlafmaske und Oropax) zwischen 2 und 5 , da sind die Damen verstummt und die Smartphonescreens dunkel. Thank god! Bin irgendwie nicht gemacht für hostel life. Bad teilen (nicht jede Frau kann eine Morgentoilette effizient gestalten, oder ihr ist die Schlange hinter ihr einfach wurscht), Klo teilen (Boden immer nass dank  der gunbum asian style), fensterloser stickiger Schlafraum, keine Alleinherrschaft über Licht und Klimaanlage – ständig mit dem Schlüssel um den Hals die Wertsachen wegsperren und die Klamotten aus dem Backpack wurschteln. Gesehen, gemacht, abgehakt. Zwingt mich ja keiner zu nix.

    Schöne Farben, keine Fenster

    Schöne Farben, keine Fenster

    Allerdings ist die Lage vom fivestones sehr praktisch, da nur 10min Fussweg zum Golden Mile Complex. Dort startet der Bus nach Mersing (3,5 Stunden), Malaysia. Da wiederum legt die Fähre ab ins Paradies. Etwa 2 Stunden und ein paar kotzende Mitreisende später sind wir in Genting. Mich lässt das mittlerweile kalt. Wer als Kind durch die Nordsee nach Helgoland geschippert ist, der ist fürs Leben seefest.

    Jetty Genting

    Jetty Genting

    Pulau Tioman- what the fish!

    Weisse einsame Strände, türkisblaues, badewannenwarmes Wasser, Korallenriff zum Schnorcheln vom Strand aus, Bungalow am Beach, wilde Affen, tonnenweise Schmusekätzchen, Warane, Kolibris, Blumen und Fische in allen Farben, Kokosnusspalmen, rauschendes Meer zum Einschlafen. Sonst noch was? Ja, zwei Haare gibt es: Sandfliegenplage am Juara Beach und keinen Kaffee, der diesen Namen verdienen würde.

    Auf Pulau Tioman mache ich zwei Wochen Urlaub von meiner Soloreise mit meiner Schwester und ihrem Freund.

    Pulau Tioman

    In Genting versorgen wir uns mit Vorräten und suchen uns ein Wassertaxi nach Mukut (150 RM pro Person). Mukut ist echt ab vom Schuss. Strand, Hühner, Miezekatzen. ein paar charmante Dorfbewohner und eine Moschee. Die Katzen haben sogar ein eigenes Haus!

    Mukut

    Downtown Mukut

    Downtown Mukut

    Tam vom Simukut Hillview  holt uns am Steg ab und wir sind froh um unsere leichten Rucksäcke, denn die 500m Fussweg zum Hotel pressen die letzten Tropfen Schweiss aus unseren Poren. Rucksack abwerfen, in den Bikini geschlüpft und ab ins Wasser.

    Pulau Tioman

    Da sind wir dann sprachlos! Keine zwei Meter vom Ufer  mitten in einem der schönsten Korallenriffe, die ich je gesehen habe.  Wir schnorcheln uns den ganzen Tag durch dieses Paradies und kriegen einfach nicht genug von all den Farben und Fischen und Formen.

    Housereef Mukut

    Housereef Mukut

    Am Hausstrand vor dem Simukut sind wir bis auf ein nettes Pärchen aus Deutschland alleine. Die beiden empfehlen uns, zum Abendessen mal das Minang Cove Resort zu besuchen. Dort gibt es für 75 RM pro Person ein Ok-Abendessen- Büffet, von dem man garantiert satt wird. Das Highlight ist allerdings die Haifischfütterung mit den Essensresten vom Steg aus. Etwa zwanzig Schwarzspitzenriffhaie balgen sich ums Essen. Was für ein Spektakel!

    Der Weg zurück ist ein Abenteuer. Natürlich haben wir keine Stirnlampe mitgenommen und der Akku vom einzigen Handy ist beinahe leer. Bei jedem Geräusch zucken wir zusammen und machen uns in die Hose. Und im Dschungel gibt es viele unbekannte Geräusche für uns Stadtkinder. Laut singend und schnellen Schrittes schlagen wir uns durch zurück nach Mukut. Wozu doch diese Wanderlieder gut sein können!

    what the fish!

    what the fish!

    Am nächsten Morgen schnorcheln wir uns erstmal wieder in den Tag. Am Nachmittag raffen wir uns trotz der Hitze auf, den  Wasserfall hinterm Dorf zu erklimmen. Nach einer knappen Stunde sehr gemässigten Schrittes und tausend Tropfen Schweiss später springen wir überglücklich ins kühle Nass. Wir sind mal wieder ganz alleine. Eine echte Tarzan – und Jane-Szene. Nur dass Tarzan zwei Janes dabei hat, der arme!

    Wasserfall bei Mukut

    Wasserfall bei Mukut

    Auf dem Rückweg geraten wir mal wieder in Verzückung über eine Hühnermama mit ihren Küken. Hier ist soviel Frieden und Freundlichkeit. Die Leute lächeln und begrüssen uns. Wir werden ungefragt mit Ausflugstipps versorgt und alle möchten mehr über uns erfahren. Im Seaside Café am Steg trinken wir einen passablen sehr süssen Eiskaffee und geniessen spottbilliges leckeres Essen. Kein Wifi, kein Netz, kein Nix. In Mukut baumelt die Seele. Der Kopf wird still.

    Die Wellen wiegen mich in den Schlaf. Ich träume vom Meerblau und farbigen Fischen.

    Pulau TiomanPulau Tioman

     

    Nur der Muezzin und die Hähne holen mich ab und zu in die Wirklichkeit zurück. Aber wozu gibt es Ohrstöpsel?

    Nach drei Tagen verabschieden wir uns von Tam und seiner enormen Gastfreundschaft. Er organisiert uns das Wassertaxi zum ABC-Beach (150RM pP).

    ABC-Beach

    Blick vom Bamboo hill über ABC- Beach

    Blick vom Bamboo hill über ABC- Beach

    Am ABC-Beach wohnen wir  im Bungalow ganz oben am Hang der Bamboo Hill Chalets . Vom Bett aus schaue ich über die Bucht, Bett und Bad sind duftend sauber und das ganze Holz zaubert Chalet-Atmosphäre.

    Während wir auf dem Balkon das erste Bier zischen, knuddeln sich zwei niedliche rot getigerte Miezen zu unseren Füssen.

    In ABC dreht sich alles ums Tauchen.  Also ab ins Wasser. In vier Tagen zum PADI open water diver.

    first time open water diving

    first time open water diving

    Was das Meer betrifft, plagen mich tausend unbegründete Ängste. Obwohl ich seit Jahren an vielen Spots Kitesurfen war, mich weder Haie noch Quallen davon abhalten konnten, ist das mit dem Scubadiving so eine Sache. Aber da hilft nur eins. Ausprobieren. Ohne meine Schwester wäre ich allerdings nicht auf die Idee gekommen. But life is about experiences. Und hey, da hab ich beim Tauchen ja wieder alles durchgemacht … also psychisch. Das Atmen gegen den Widerstand der Flasche, das Mundstück zwischen den Kauleisten, die trockene Atemluft. Das Wissen, ohne diese Flasche in den Untiefen des Meeres zu ersticken – es waren gerade mal lächerliche 5m beim ersten Tauchgang- eingeschränkte Sicht durch die Taucherbrille. .. und diese diffuse Grundangst halt. Nach vierzig Minuten ist der Kampf verloren, ich hab einfach Panik! Dieser komische Druck auf dem Brustkorb durch die Wassermassen über mir. Ich krieg keine Luft mehr, ich muss jetzt hoch, raus, weg. Gut, dass meiner Schwester zeitgleich schlecht wurde. Zusammen mit unseren zwei chinesischen Tauchbuddies, haben wir unseren Tauchlehrer Stefano von ecodivers sicher nie gelangweilt.

    Schnorcheln in Mukut

    Schnorcheln in Mukut

    Zur Erholung gönnen wir uns ein (oder zwei) kühles Bier. Das geht einfach, denn es ist mal wieder happy hour in den netten Strandbars (3 Bier für 12RM). Seele baumeln und in den Sonnenuntergang träumen.

    Buddycheck mit meiner Schwester

    Buddycheck mit meiner Schwester

    Am nächsten Tag machen wir natürlich weiter. Aufgeben ist nicht so mein Ding. Irgendwie krieg ich meine Panik in den Griff und geniesse zwischen den zig zu absolvierenden Übungen sogar die Fische. Das Gefühl, schwerelos über ein Korallenriff zu gleiten und Teil dieser Meereswelt zu sein, ist kaum in Worte zu fassen. Eine ganz neue Welt öffnet sich vor meinen Augen und ist die ganze Anstrengung wert. Drei Tage später bin ich nach einem sehr frühen Tauchgang vom Boot aus und bis auf 18m Tiefe im offenen Meer (AAAANNNNGGSTT!!) open water diver! Nur mein rechtes Ohr findet das ein paar Tage lang nicht so toll wie ich.

     

    Zur Belohnung gibt es chicken stew und banana cake im Mahrwa- Restaurant ein paar Schritte von der Tauchschule entfernt. Das Essen ist wirklich sehr lecker und der Service schnell und freundlich.

    Guten Kaffee hab ich auch in ABC nirgends gefunden, dafür sehr gute Mango-Fruchtshakes im Fightya- Restaurant. Allerdings ist hier der Service sehr entschleunigt.

    Wenn du morgens sehr früh tauchen gehst, bietet ein kleines Café  (Hauptstrasse, bei den South Pacific Apartments) ab 7.00 Uhr Frühstück. Dort hab ich auch Wäsche machen lassen. Alles sauber.

     

    Bei den Ecodivers hat das Tauchen echt Spass gemacht! Ich hab mich sehr sicher und willkommen gefühlt. Besonders Jeffrey ist ein echter Schatz, der immer gute Laune versprüht und viele Tipps parat hat.

    Juara

    Nach soviel Action ist ganz dringend mal Nichtsmachen angesagt. Juara- Beach! Weisser Sand, eine Handvoll Menschen. Sonst nur Palmen und ganz viel Meer.

    Bushman Cottage at Juara Beach

    Bushman Cottage at Juara Beach

    Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch den hügeligen Dschungel und Sandpiste sind wir da. In den  Bushman –Strandhütten lässt es sich perfekt schlafen. Das Gesäusel der Palmblätter und das Rauschen der Wellen sorgen für Tiefenentspannung. So geht Urlaub!

    Juara Beach-ein Traum

    Juara Beach-ein Traum

    Nach zwei Tagen baden und lesen und sonnenbaden, habe ich Hummeln im Hintern. Wir wandern eine halbe Stunde zur nächsten Bucht zum Beach hut shack. Dort leihen wir mutig Surfbretter und werfen uns in die Wellen. Hatte kurz vergessen, wie anstrengend der Tanz mit den Wellen ist. Aber es ist wie Reiten, auf dem Rücken der Welle surft das Glück dieser Erde- oder so. Am besten natürlich mit nem Kite über mir. Geht aber notfalls auch mal ohne.

    Wo geht das Longboard mit mir hin?

    Wo geht das Longboard mit mir hin?

    Am Ende des Strandes besuchen wir das Turtle Project. Leider gibt es da nicht viel zu sehen, denn die Hausschildkröte wurde geklaut! Dennoch ist es inspirierend, dass sich Menschen für eine bessere Welt engagieren. Selbst in diesem Paradies gibt es nur noch einen Nistplatz der Schildkröten. Sie mögen keinen Lärm und kein Licht. Sie verenden, weil sie Plastik im Ozean für Quallen halten, ihre Nahrungsquelle. Nebendran wird gerade ein Resort gebaut…

    Turtle Beach

    Turtle Beach

    In Juara werden wir leider von den Sandfliegen angefressen. Dagegen hilft es, sich mit Babyöl einzuschmieren (natürlich nicht die Sonnencreme weglassen). Das gibt es in einem kleinen Supermarkt am Strand. Wir haben das leider nicht so gemacht.

     

    Schweren Herzens verlassen wir diese wundervolle Insel. Sie ist ein echtes Paradies, wenn du tauchen lernen willst und keine Parties brauchst. Den Kaffee nehme ich nächstes Mal mit.

    Flowerpower Juara Beach

    Flowerpower Juara Beach

    PS: Meine Kitebag konnte ich in Singapur bei Freunden lagern. Tioman geht auch mit Kitebag, allerdings ist auf den Booten oft wenig Platz. Da es keine oder nur eine Strasse gibt, war ich sehr froh, sie nicht dabeizuhaben. Tausend Dank an meine Freunde in Singapur!