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beachbum

    Life

    Hilfe, ich bin allein!

    Allein auf der Insel

    Es ist ja so: Ich sitze im Paradies, auf einer Insel mitten im Meer. Vor mir liegen sechs freie Monate und eine gute Windvorhersage.

    Amstardam Bar Koh Phangan

    Amstardam Bar Koh Phangan

    Nicht nur das: Ich habe keinen einzigen Mückenstich, keinen Sonnenbrand, keine nennenswerten blauen Flecken, keine Rückenschmerzen, keine Migräne. Ein eigenes Haus und Bad für mich alleine, nette Menschen, die mich offen empfangen haben. UND halbwegs brauchbares Internet.

    Sun rising at Bulabog beach

    Sun rising at Bulabog beach

    Ich sollte also ausflippen vor lauter Lebensfreude. Kann ja nicht so schwer sein, das Entspannen…

    Aber nein, das Ding zwischen meinen Ohren dreht total durch. Ich hab ´nen Ruhepuls wie vorm Staatsexamen, krieg nachts die Augen nicht zu vor lauter sinnlosem Sorgenkarussell. Bin jeden Tag x-mal zwischen himmelhochjauchzend und zu Tränen gerührt, heule und lache gleichzeitig und bin im höchsten Masse psychisch instabil.

    Wat Pho Bangkok

    Wat Pho Bangkok

    Während ich das hier tippe, kullern schon wieder die Tränen in mein hammermässig geiles belgisches Frühstück (natürlich mach ich wieder alles gleichzeitig, tippen, heulen, essen, Cappuccino genießen, ich glaub ich seh aus wie eine total gehetzte Unternehmerin, die nicht mal Zeit für Essen hat, während hier alles um mich rum nur am Chillen ist).

    Was ist denn mit mir los? Ich kenn mich so gar nicht!

    Happy yogi

    yoga is not only fun

    Viel zu lange leide ich am Jetlag, liege nachts bis 3 Uhr wach und meine Ängste kommen hoch. Alle auf einmal. Und ganz viele Tränen. Als müsste ich den Schmerz der letzten Jahre ausheulen.

    Lamma Island Hong Kong

    Lamma Island Hong Kong

    Was glaube ich eigentlich, wer ich bin? Ich kann gar nicht gut genug Kitesurfen, um in drei Wochen Instruktor zu sein? Es hat kaum Wind , mein Schirm ist viel zu klein. Was mach ich denn jetzt? Ich bin voll die Starkwildsau und ausserdem seit 9 Monaten nicht mehr gekitet! F….Was hab ich mir nur dabei gedacht, daheim alles stehen und liegen zu lassen?! Wie schaffe ich es nur, mit meinem Geld auszukommen? Wie finde ich neue Freunde? Was ist das überhaupt für eine verrückte Idee? Kitesurfen und bloggen? Ich kann ja weder das eine noch das andere richtig!  Und überhaupt wer will das schon lesen? Was, wenn mein Rücken schlapp macht? Was, wenn die Riesenspinne aus meinem Bad beschliesst, ins Schlafzimmer zu krabbeln? Hat sie übrigens gemacht, die Edda, einen Tag später ist sie eines natürlichen Todes gestorben- NEBEN meinem Bett.

    Inside a Hindhu temple

    Inside a Hindhu temple

    Eine Challenge jagt die andere: Transfer von A nach B organisieren, unterwegs nicht kotzen (ich sag nur 3h Speedboat nach Koh Phangan, umgeben von sich lauthals übergebenden Mitreisenden, die dem Swell nicht ganz soviel Spass abgewinnen konnten wie ich).

    "Monkey temple" at Hua Hin

    „Monkey temple“ at Hua Hin

    Während mein Körper überlegt, zu kollabieren (hab den ganzen Tag nur ein paar Nüsse gegessen, das ist mein Reiseritual, um unangenehme  Körperpannen ohne verfügbares Klo zu vermeiden), wühl  ich mich durch den  Gepäckhaufen (leider ist meine Reisetasche schwarz – wie die meisten anderen). Da steh  ich nun. Am Pier in Thongsala. Wie bestellt und… doch ich werde abgeholt.   Koh Phangan, here I come oder so! Wenige Sekunden später sitze ich mit Sack und Pack auf dem Beifahrersitz eines Motorrollers und meine Augen können all die neuen Eindrücke kaum begreifen, alles fliegt an mir  vorbei. Wunderschön auf jeden Fall, wie Hawaii irgendwie. Meine Unterkunft ist der pure Luxus auf den ersten Blick! Nach 5 Nächten im 8-Bett-Ladies Nap space (auch Frauen können oropax-durchdringend schnarchen, was für ein Schock!) und Gemeinschaftsbad endlich mein eigenes Bungalow. Im Dschungel. Ein Ventilator spendet lautstark Kühle, nachts bin ich von jeder Menge nie gehörter Geräusche umgeben. Das schürt wieder alle möglichen Ängste, dass mich einer klaut oder ein fremder Hund zum Knuddeln kommt. Dagegen hilft allerdings eine gute Playlist zum Einschlafen.

    "Monkey temple"Hua Hin

    „Monkey temple“Hua Hin

    Kaum aufgestanden, lerne ich noch vor dem Frühstück Roller fahren. Nicht ohne vorher auf die Gefahren ( poly-intoxikierte Verkehrsteilnehmer, Linksverkehr, schlechte Strassenverhältnisse, viele Todesfälle) hingewiesen zu werden. Aber da bin ich ausnahmsweise mal locker und denk mir, dass meine Fahrstunden in der Grossstadt schon ihren Sinn hatten. Am Steuer bin ich ganz gross, also ab auf den Roller mit mir und dann eben Tod oder Leben. Ich kann nicht alles kontrollieren.

    Kappalady Beach

    Kappalady Beach

    Eine ganz kleine Stimme in meinem Kopf redet mir gut zu. „Du musst gar nichts“ -„Du darfst alles“-„Sei doch nicht so streng mit dir“. Leider ist sie noch zu leise.

    Mir kommt in diesen Tagen mein wahr gewordener Kitesurftraum wie eine Schnapsidee vor. Trotzdem hab ich beim ersten Anblick vom Meer geheult vor Freude und eine Gänsehaut bekommen, vor lauter Freude und Stolz, dass ich einfach hier bin und tue, was ich tue.

    Passikudah Beach

    Passikudah Beach

    Ich weiss genau, wenn ich das erste Mal auf dem Wasser war, beginnt die Transformation.

    Ein fettes Grinsen vom einen Ohr zum andern, tausend Worte der Begeisterung in allen Sprachen werden aus meinem Mund blubbern, ich werde alles und jeden den ganzen Rest des Tages vollblubbern, wie genial Kitesurfen ist. Es ist ein bisschen wie verliebt sein. Nur eben endlos.

    Shek - O❤️

    Shek – O❤️

    Beachbum-Bine! Jeden Tag ein bisschen bräuner, cooler, selbstbewusster, mutiger.

    Morgen kommt der Wind und dann wird die leise Stimme lauter werden …und ich einfach nur stoked bis zum Haaransatz!

     

    Toyboy❤️

    Toyboy❤️