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Kitesurfing Urner See – durch die Böen zu den Sternen

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Türkisblaues Wasser, schroffe Felsen, in der Ferne glänzt das ewige Eis.

Ich treibe im glitzernden See und blinzle in die Sonne, fühle mich schwerelos und frei wie selten in meinem Leben.

 

Was sich anfühlt wie der perfekte Urlaubstag ist ein ganz normaler Arbeitstag bei Heinz im Büro. Eine knappe Autostunde von Zürich enfernt, liegt ein Kiteparadies vom Feinsten!

Heinz` Büro am Urner See

 

Weil mich letzte Woche im Feierabend akute Kitesurfschmerzen plagten, suchte ich nach einer Lösung. Kiten, egal wie, egal wo, aber jetzt sofort am besten!

Voller Kitesurfsehnsucht habe ich mich bei kitefun.ch für einen shuttle eingetragen, auf dem Urner See. Das ist ein See in der Mitte der Schweiz, Teil des Vierwaldstättersees. Die Kitesurf – Station aka Heinz´Büro… nämlich ein kleines rotes Gummiboot legt vom Campingplatz in Flüelen ab und ist per Bahn und Auto gut erreichbar. Tagesparkplatz 5 CHF.

 

Um 10.00 Uhr morgens treffe ich auf meine Kitesurfbuddies für diesen Tag und wir halten uns an der ein oder anderen Kaffeetasse fest, während wir noch ein paar Instruktionen bekommen und unser Testament (eine Haftpflichtversicherung musst du haben, wenn du in der CH kiten willst, dein Board muss mit Namen und Telefonnummer / email – Adresse versehen sein) unterschreiben.

Mit dem „Leinenkamm nach Heinz …“ riggen wir die Kites auf der Wiese.

 

Danach werden die Kites und Bretter im Boot verstaut und fixiert. Bei 20 Grad Wassertemperatur und einer nicht allzu bauchfernen Sprungschicht mit Kaltwasser war ich sehr froh über meinen 3,6er Neo.

Die fertig angeleinten Kites werden zusammengerollt

Schuhe brauchst du nicht, ist ja alles vom Boot aus. Gekitet wird alles von 7- 15qm. Der Wind kommt thermisch ab mittags und ist dann sehr konstant. Eigentlich immer, ausser wenn ich kite. Gut, dass ich mir in Sri Lanka bei Fabio  schon etwas Training in böigem Wind abgeholt habe… „ I want to see you riding confidently in this wind“…sagt seine Stimme jetzt immer, wenn ich es mit Böen zutun habe.

ready to fly

Die Crew sticht in See

Die Hosen voll…

Wie immer an einem neuen Spot hat Frau Kitetiger IKO level one instructor die Hosen voll. Dazu ein niegelnagelneuer 12er Rebel, der ordentlich zieht. Dann wird der  Heinz auch noch samt meinem Kite vom Boot gelupft wird, als er mich starten will…(?!) . Maximales Entertainment hier.

Meine beiden Kitebuddies Remo und Dirk mühen sich schon redlich ab im Wasser und ich lasse den kitetiger in mir sprechen. „face your fears!“

Mutig springe ich mit Pokerface ins Wasser. Der Heinz scheint auch seine Zweifel zu haben, das sehe ich in seinem not-  so – pokerface !

Na, wenn der wüsste, was ich schon alles an Nahtod überlebt habe. Mein Schweinehund will nein schreien,  während ich breit grinse und Zuversicht ausstrahle. Gar nicht so leicht bei einem Puls von 180/min an einem wild zuckenden Rebellen am Himmel.

Immer wieder rupft es mich aus dem See,

sinke ich ein, der Kite fällt mir aus dem Himmel, verdreht sich, flippt durch, relaunch, bord weg, bodydrag… und wieder. Blubber, hust, struggel…

“so eine Prallschutzweste für mehr Auftreib wäre nett“,

„mist, total überpowert“,

„ ah nein, nicht runterfallen, komm schon, flieg du doofer kite“,

„ hey wind, was bist du denn so launisch heute…“

Eigentlich will ich klein beigeben

und wieder ins Boot zurück. Aber das geht irgendwie nicht. Ehre, ego, was wenn, ich will doch kiten, einfach fahren sagt der Heinz, das ist am besten bei böigem Wind… Ja schon, aber dazu müsste ich ja erstmal aufs Bord kommen…

Remo fliegt

 

Mit meinen manikürten Krallen packe ich mutig die Bar und gebe mich diesem Eiertanz aus Chop und Böen hin. Und siehe da, es wird besser…und besser… und es wird so richtig gut. Für mich ein „major kitesurf day, ein Meilenstein“, weil ich meine erste Frontroll gestanden (und weitergefahren) bin.

Einfach mal abheben

 

Vollkommen unerwartet bin ich mal wieder komplett überwältigt. Aber nicht so sehr, dass ich nicht das atemberaubende Panorama wahrnehmen könnte. Über den Gipfeln braut sich ein Unwetter zusammen und es sieht aus wie Mordor in Herr der Ringe. Das rote Boot kommt auf mich zu und ich beobachte, ob meinen Kollegen schon die Haare zu Berge stehen (Blitze können die Luft elektrisch aufladen). Ich bin froh, dass wir bald an Land sind und es fängt genau zu toben an, als wir alle trocken und glücklich bei einem after kitesurf Getränk sitzen.

Durch die Böen zu den Sternen in die Frontroll… es lohnt sich einfach immer aufs Wasser zu gehen, auch wenn es manchmal nicht danach aussieht. Mehr machen, weniger denken… memo an mich selbst.

 

Gut zu wissen

Toiletten, Duschen und Schränke (abschliessbar), Kiosk mit Restaurant sind direkt am Campingplatz nutzbar.

Kiteshuttle mit Kitefun.ch kostet 90 Schweizer Franken.

Parken an der Hauptstrasse für 5 CHF.  Alle Infos findest du auf www.kitefun.ch.

 

Bitte unbedingt an Trinkwasser, Sonnenschutz und Proviant denken, man ist doch ca. 5 Stunden auf dem See.

Es war ein supertoller Tag und ich werde sicher wiederkommen. Wenn nicht im Sommer, dann im Winter zum Snowkiten in den Schweizer Bergen oder im Herbst in Brasilien. Dort findest du den Heinz im Winter.

 

Wo ist denn der Wind?

 

 

 

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