Life

Die Sache mit dem Kaffee – oder was ich auf meiner Reise fand

Reise
share

„Hey, schön, dich wiederzusehen!“

„Toll, dass du wieder da bist! Hast du dich schon wieder eingelebt?“

„Kackt dich die Arbeit und ein geregelter Tagesablauf nicht total an nach der ganzen Freiheit?“

Die Sache mit dem Kaffee

Ich bin jetzt drei Monate daheim nach 6 Monaten Super- Once- in a life – time- will never happen- again Trip!

Am Dienstag Abend aus dem Flieger gekreucht nach über 20h Reisezeit und am Freitag morgen ab in die Arbeit. Zurück in den neuen alten Job. Alles halb so wild, ist ja nix neues und trotzdem kann man sich wohl kaum mehr überfordern.  Meine Reise- und Traumkasse ist fast leer, also her mit der Arbeit. Je mehr Action ich im Job habe, desto weniger sitz ich rum und grübel nach, wie schön doch meine Reise war und wie doof der Alltag jetzt ist. Der ist aber gar nicht doof. Nur so komplett anders.

Die Sache mit dem Kaffee

Übrigens ist der Alltag einer Langzeitreise auch erstmal ein rechter Schock. Kein Dienstplan, allein auf einem fremden Kontinent, alles neu und wenig Plan. Wie es mir damit ging, liest du hier.

Ja, da schweife ich ab und schwelge in tausend Erinnerungen…

Wie du deinen Hangover nach dem Urlaub in den Griff kriegst, liest du hier.

Die Sache mit dem Kaffee

Zurück zum Thema

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich unterwegs gefunden habe, was ich gesucht habe.

Diese Reise hat mich nicht verändert. Ich habe nichts gefunden, weil ich nichts gesucht habe. Ich bin nicht vor jemandem oder etwas davon gelaufen. Ich wollte einfach mal die Stopptaste drücken und nichts machen (müssen).

 

Ohne, dass ich konkret etwas gesucht hätte,

 

  • Mich selbst etwa ( Ich bin doch hier, wo soll ich denn sonst sein? )
  • Oder gar den Sinn des Lebens? Mein Gott, das Leben hat keinen Sinn, wozu auch? Das Leben selbst ist der Sinn! Leb es! Vollgas! Mit Leidenschaft!

Die Sache mit dem Kaffee

 

 Habe ich ganz viel gefunden.

Wer ich eigentlich bin. Was mich ausmacht. Was mir Spass macht. Was mir wichtig ist.

Ich bin nicht nur eine. Ich bin viele. Ich brauch drinnen und draussen. Ich brauch Luxus und Einfachheit. Ich liebe essen und schlank sein. Ich bin faul und sportlich. Ich mag Katzen und Hunde… Und einiges nicht mehr so.

Was mich ankackt

  • Ich habe zuviel Stuff! Obwohl mich  mein eigenes Konsumieren schon lange nervt, konnte ich das nur schwer abstellen. Ich habe Stress mit Klamotten und Kosmetik betäubt. Aber davon lösen konnte ich mich erst, als ich die Reise geplant hab.  Mit einem klaren Ziel und einem Sparplan ging es ganz leicht. Mein Leben wird seither decluttert, entstufft, abgespeckt.  Eine tolle App zum Ausgaben tracken ist übrigens trail wallet.     Nach 6 Monaten aus dem Rucksack finde ich erst recht alles zuviel. Ich liebe Schuhe, Handtaschen, Klamotten. Aber ich hab von allem zuviel. Und ich tue mich so schwer mit dem Loswerden, Loslassen. Trotzdem tue ich es. Ich trenne mich fast jeden Tag von irgendeinem Teil. Es befreit mich. Und Freiheit ist für mich das grösste!
  • Warum ist alles in soviel Plastik verpackt? Ich hab wirklich an jedem verf…. Strand der Welt diese verdammten Flaschen und Tüten gesehen, bin darin geschwommen, darauf getreten und bin einfach angewidert!! Ich will das ändern. Und auch das ist anstrengend. Versuch mal, einen plastikfreien, müllarmen, zeitökonomisch effizienten Lebensmitteleinkauf… servusgutnachtmeisdesisafreid!…egal, ich versuche es. Klaro, ich bin die kleine Ameise, ich kann alleine nichts tun. Nein, das seh ich nicht so. ICH. Jetzt: Hier. Jeden Tag. Soviel ich kann.Die Sache mit dem Kaffee
  • Dass ich hier viel weniger Zeit für mich habe. Dass ich sie mir bewusster frei schaufeln muss. Dass meine Freunde auch so wenig Zeit haben und wir uns viel zu wenig sehen.

 Was ich anders machen will

  • Kein Kaffee in Kapseln mehr. Zuviel Müll.  Viel zu teuer. Leider gut.  Zurück zur  French press. Über das nespresso-Thema  hatte ich eine längere Diskussion mit meinem Swissman… es bleibt spannend. Wir haben uns vorerst auf das hier geeinigt.Die Sache mit dem Kaffee
  • Ich benutze Seife statt Duschgel. Weniger Verpackung. Beim Einseifen stelle ich das Wasser ab (9l pro Minute!). Trotzdem bade ich immer noch. Ja voll paradox. Voll inkonsequent. So wird das nix mit dem Welt retten… aber manchmal bin ich das meinem Rücken schuldig.
  • Kein Plastik und Polyester! Kommt mir nicht mehr in den Kleiderschrank! Das spart mir viel Geld, denn es ist fast überall drin. Die kleinen Mikropartikel gehen ins Grundwasser und ins Meer. Plastik in Peeling genauso. Sogenannte Microbeads sind nicht durch Kläranlagen filterbar und reichern sich in unserer Nahrungskette an. Plastik in meinem Essen? Ne, das muss ja nun echt nicht sein. Es ist schon genug Plastik ums Essen, wenn ich es einkaufe. Diese App  zeigt dir, wo die drin sind.Die Sache mit dem Kaffee
  • Ich lasse möglichst viel Verpackung im Supermarkt zurück. Wenn das alle machen, führt es vielleicht dazu, dass nicht mehr jedes Obststück einzeln eingeschweisst wird. Auf dem Markt oder beim Bauern gibt es Gemüse und Obst offen. Schmeckt auch noch besser.
  • Honig und Eier kaufe ich beim Bauern um die Ecke. Das Glas kann ich sogar zurückbringen. Honig refill! Cool!
  • Wenn ich shoppe, frage ich mich, ob mich das Teil, das ich mir unbedingt einbilde, weiterbringt. Ich atme und zähle bis zehn. Ich schlafe eine Nacht oder mehrere drüber. Oft ist es dann gar nicht mehr so dringend nötig.Die Sache mit dem Kaffee
  • Ich nehme meine Gefühle ernst. Ich bin nett zu mir. Möglichst oft. Möglichst viel. Wenn es mir gut geht und ich strahle, kann ich das Strahlen verteilen.  Manchmal muss ich mich zurückziehen von der Welt. Kraft tanken. Aufladen, meiner Seele zuhören. Was will ich gerade? Warum geht es mir nicht gut? Wie kann ich das ändern? Weniger Stress = weniger Konsum= mehr Kreativität. Tschaka yes!

Kurze Rede, langer Sinn: Ich will es anders machen. Besser machen. Die Welt retten. Für mich und für dich. Für all die Tiere da draussen. Jeden Tag ein bisschen.

Bist du dabei?

Die Sache mit dem Kaffee

 

 

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply